"Ausgabe 04.07.2016"

Die Multiplikatoren

HANDBALL: „Tag des Mädchenhandballs“ soll Pfalz neuen Schub verleihen

VON THOMAS CATTARIUS

HASSLOCH. „Ist jemand müde?“ „Wer hat Kopfweh?“ 39 Mädchen hat Martin Damm um sich sitzen, im Schnitt sind sie zehn Jahre alt und tragen das gleiche T-Shirt mit einem Mädchenkopf und dem Aufdruck „Mit Herz und Verstand – Mädchenhandball“. Sie sind die Auserwählten von Vereinen für den „Tag des Mädchenhandballs“ in der Pfalzhalle in Haßloch, Domizil des Pfälzer Handball-Verbandes (PfHV).

PfHV-Präsident Friedhelm Jakob, ganz leger mit Mütze, hat die Teilnehmerinnen und Eltern begrüßt. Eliana ist da, Lara aus Albersweiler, Viviane aus Frankweiler, Leni vom TV Dahn. Damms Frage hat seine Berechtigung, auch wenn die Mädchen ihre Anspannung nicht zeigen. Ein Vater hatte am frühen Samstagmorgen seine Tochter bei Jakob entschuldigt: Ihr gehe es nicht gut. Nach dem Eintritt in die Halle warten rechts die Teilnehmerliste und links der Stand mit Getränken und Kaffee und Kuchen auf die Hereinkommenden. In der Halle liegt eine Leiter am Boden, liegen Ringe, stehen Riesenfiguren hintereinander. Damm, Katrin Schneider, Spielertrainerin des Zweitliga-Aufsteigers TSG Ketsch, Jugendnationalspielerin Rebecca Brecht, Auswahlspielerin Jule Polsz und andere werden die Mädchen in vier Gruppen an Stationen spielen lassen, trainieren. Viele haben ihre bunten Handbälle dabei.

Sinn des Ganzen? „Die Mädchen als Multiplikator zu gewinnen“, sagt Jakob. Er zählt noch 30 Vereine in der Pfalz, die Mädchenhandball anbieten, 19 sind beim Mädchentag vertreten. Viele Mädchen seien zum Fußball abgewandert. So ein Tag biete auch die Chance, Eltern mit Auswahltrainern vertraut zu machen. Einem Mädchen könne er das Signal geben: Ich kann ein ganzes Stück weiterkommen, wie Schneider und Brecht, wenn ich mich anstrenge. Das T-Shirt dafür hatten 24 Schüler der Berufsbildenden Schule Technik in Ludwigshafen als Examensarbeit entworfen. Zur Anregung gibt es ein „Probepaket“ für Vereine, eine Tasche mit Flyer, Spielgeräten, „Schutzpfeife“ als Schlüsselanhänger, gesponsert von Sparda-Bank, Pfalzgas und dem Freundeskreis des Deutschen Handballbundes. Vereine können Taschen bestellen, sie bei ihren Tagen des Mädchenhandballs und Grundschulaktionstagen austeilen.

Damm und seine „Trainer“ fordern die Zehnjährigen an den Stationen. Die Übungen sind anspruchsvoll. Spielen – und dabei denken. Obwohl manche erst ein Jahr Handball spielen, gewinnt man den Eindruck, hier sind Kinder versammelt, die etwas erreichen wollen. Miteinander gewinnen und verlieren, das prägt, sagt Damm in der Abschlussrunde mit den Eltern. Sportler, man könne es in der Schule sehen, hätten mehr Disziplin.

Der Verbandstrainer erklärt, was auf die Mädchen zukommt. Im Frühjahr beginnt das Auswahltraining an den Stützpunkten. Die Besten haben später 14-tägig Training in der Pfalzauswahl. Wiederum die Besten erreichen nach zwei Jahren das 14-tägige Training der Rheinland-Pfalz-Auswahl, natürlich alles neben dem Training im Verein.

Häufig trainieren, sich anstrengen kann sich lohnen. Jule Polsz, im April bei einem DHB-Lehrgang, Jacqueline Tines, Maike Freitag, Emily Hagedorn von der TSG Friesenheim und Jana Heidger (Mundenheim) spielen im Anschluss in der Landesauswahl ein Auswahlturnier mit Baden, Südbaden, Niederrhein, Saarland und den Frauen der HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Spielzeit: zweimal 15 Minuten. Nach 12:8-Führung verlieren sie das Auftaktspiel gegen die HSG mit 16:17.

 


 

Tag des Mädchenhandballs - 02.07.2016

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